Nr. 15: Kalium jodatum (D6)

Elisabeth Kappelhoff Adventskalender 2016

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich wünsche Ihnen einen wunderschönen 15. Dezember. Ich hoffe, Sie immer noch für die Salze interessieren zu können. Das, was mir mit dem Beschreiben dieser Mittel jeden Tag immer wieder bewusst, ist, wie phantastisch wir funktionieren und wie hochkomplex unser gesamter Mechanismus ist. Ein absolutes Meisterwerk.


Heute lernen Sie das dritte Ergänzungsmittel, Kalium jodatum, kennen, das mit seiner Jod-Komponente die Arbeit einer unserer wichtigsten Hormondrüsen gewährleistet, der Schilddrüse. 

Die Schilddrüse (Glandula = Drüse, tyreoidea = Schild) sitzt im vorderen Bereich des Halses und ist wie ein Schmetterling geformt. Ihr aufgelagert sind 4 winzige Nebenschilddrüsen.  Das Schilddrüsengewebe besteht aus Bläschen, in denen sich die Schilddrüsenhormone befinden. Damit sie freigesetzt und ins Blut abgegeben werden können, braucht es einen Mechanismus.

Der Mechanismus der Schilddrüse geht vom Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) aus. Dieser schickt ein Hormon, das TRH (Thyrotropin Releasing (= Freisetzendes) Hormone) an die Hirnanhangdrüse, die nun ihrerseits die Schilddrüse durch das Hormon TSH (Tyreoidea Stimulierendes Hormon) anregt, Hormone zu bilden. TSH ist für die Regulation der Jodaufnahme in der Schilddrüse zuständig und hat Einfluß auf das Wachstum der Schilddrüse. So angeregt bildet die Schilddrüse nur die Hormone T4 (Tetraiodthyronin, auch Thyroxin) und T3 (Triiodthyronin). Das Wort „iod“ in den Bezeichnungen weist darauf hin, dass Jod zur Bildung dieser Hormone notwendig ist.

T4 ist die Vorstufe von T3, ist stabiler und dient im Blut als Hormonspeicher. Erst am Ort der Bestimmung, in Zellkernen und den Kraftwerken der Zelle (Mitochondrien) wandelt sich T4 in das um ein Vielfaches aktivere T3 um. Jod finden wir ausser in der Schilddrüse noch in der Leber, Milz, in Haaren, Haut und Nägeln, und auch in Niere und Magen.


T3 gilt als „Peitsche des Stoffwechsels“. Jetzt wird es etwas Griffiger! 🙂

Die Schilddrüsenhormone brauchen zwingend Jod, um gebildet zu werden. Jod kann von der Schilddrüse für 3 Monate gespeichert werden. Beim Neugeborenen ist Jod wichtig zur Entwicklung. Ein Schilddrüsenhormonmangel kann beim Neugeborenen schwere neurologische Schäden verursachen. Fehlen die Schilddrüsenhormone werden Nervenzellen nicht korrekt ummantelt und eine Reizweiterleitung kann nicht stattfinden. Dies kann das Neugeborene in seiner gesamten Entwicklung schwer beeinträchtigen. Auch am gesamten Wachstum sind Schilddrüsenhormone indirekt beteiligt.

Beim Erwachsenen sind Schilddrüsenhormone am Stoffwechsel und Funktionszustand fast aller Organe beteiligt. Wir haben ja oben gesehen, dass es in unseren Zellkernen aktiv wird. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl der wichtigsten Auswirkungen der „Peitsche des Stoffwechsels“:

  • Herz/Kreislauf – Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks/ Erweiterung von Gefäßen
  • Erhöhung der Körpertemperatur durch vermehrten Energieverbrauch und Grundumsatz des Organismus
  • Fettabbau wird gesteigert, auch Blutfette,  Zuckerstoffwechsel wird gesteigert
  • Darmaktivität wird erhöht
  • Schweiß- und Talgdrüsen werden aktiviert
  • Nerven sind stärker erregbar
  • Eiweißeaufbau wird gesteigert
  • Knochenstoffwechsel wird gesteigert (Anmerkung: Der Knochenstoffwechsel steht vor allem auch in Verbindung mit dem Hormon „Calcitonin“, das auch von der Schilddrüse gebildet wird. Sein „Gegenspieler“ ist das in der Nebenschilddrüse produzierte „Parathormon“. Calcitonin transportiert Calcium aus dem Blut in die Knochenzelle, „Parathormon“ stellt dem Blut bei einem Mangel Calcium aus dem Knochen „parat“.)
  • Einfluss auf die Sexualorgane von Mann und Frau und somit die Libido sowie die Zeugungs- bzw. Empfangsfähigkeit

Sie sehen, die Schilddrüse hat sehr viele Funktionen. Ein komplexes Organ, dass ich in nur im Ansatz vorstellen kann. Wichtig für Sie ist, dass Sie bei Symptomen, die ansonsten nicht ins Gesamtbild passen, auch an die Funktion der Schilddrüse denken.


Noch eine Anmerkung zu einem Trend. Wir hören immer wieder von Eiweißpulvern, die schnelles Abnehmen versprechen. Was hat es damit auf sich? In einigen dieser Pulver sind Substanzen vorhanden, die die Schilddrüse anregen, mehr Schilddrüsenhormone zu bilden, mit dem Ziel, den gesamten Stoffwechsel anzukurbeln und damit schnell Fett abzubauen. Der Körper reagiert mit oben beschriebenen Mechanismen. Ist die Schilddrüse eventuell nicht in der Balance, kann so ein Pulver einige Gefahren bergen, besonders eine kritische potentielle Erhöhung des Blutdrucks.  Bitte informieren Sie sich daher vor dem Genuss dieser Mittel unbedingt, was das jeweilige Pulver mit dem Körper tut und vergewissern sich gegebenenfalls bei Ihrem Arzt, ob Ihr Blutdruck, aber auch ob Ihre Schilddrüsensituation für diese „zusätzliche Anregung“ geeignet ist.


Bei welchen Symptomen kann Kalium jodatum helfen?
  • Bluthochdruck
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Regulation von Schilddrüsendysfunktionen
  • Geschwüre: Magen-Darm, Haut
  • Haarausfall
  • Herzrasen, Schwindelgefühle, Erregbarkeit
  • Schweißausbrüche, innere Unruhe
  • Weinerlichkeit, Niedergeschlagenheit, Depression
  • krampfhaftes Räuspern

Welche Persönlichkeit profitiert von Kalium jodatum?

Kalium jodatum hat strenge Vorstellungen vom Leben und seinen Abläufen. Ein Vorstellungsgespräch hat „nur so“ abzulaufen, eine Einladung bestimmten Regeln zu folgen, ein Haus in einer bestimmten Folge gesäubert zu werden etc. Diese rigide Haltung führt dazu, dass dieser Mensch in richtigen, idealen und perfekten Zuständen denkt und versucht zu leben. Dies führt für ihn selbst, aber auch für sein Umfeld zu einer extrem hohen Erwartungshaltung. Auch wird diese Person viel kritisieren, wenn ihre Vorstellungen nicht erfüllt sind. Dies alles kann zu Überforderung und Überlastung, nicht selten zum Burn-out führen. Vor allem macht es nicht glücklich.

Das Leben ist nicht perfekt. Es ist bunt, unkontrolliert, immer wieder neu und nur eines ist gewiss: Die dauernde Änderung. Unser ganzes Leben ist ein Adaptionsprozess, der viel Flexibilität, aber auch Liebe zu uns selbst und unseren Mitmenschen braucht. Bleiben wir neugierig. Lassen wir 5 gerade sein. Niemand wird uns am Ende unseres Lebens fragen, wie viele Hemdkragen wir gestärkt oder wie häufig unsere Kissen einen Knick hatten.


Der Ausgleich der Schilddrüsenfunktion kann auch mit den Schüßler-Salzen Reaktionen hervorrufen. Bei allen vorgenannten Symptomen braucht es eine fundierte Analyse. Daher möchte ich heute von einem Anwendungstipp absehen.


Ich wünsche Ihnen einen schönen 15. Dezember. Herzliche Grüße

Elisabeth Kappelhoff

inspiriert von Margit Müller-Frahlings Büchern „Mineralstoffe nach Dr. Schüßler“ und „Aufbruch in ein neues Leben. Ebenso von Rajan Sankarans „Substanz der Homöopathie“ und Roger Morrisons „Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome“; Wikipedia