Die 15 Ergänzungsmittel – Nr. 13: Kalium arsenicosum (D12)

Elisabeth Kappelhoff Adventskalender 2016

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich grüße Sie herzlich zum heutigen Tag des Adventskalenders. Tag 13. Ich hoffe, es geht Ihnen gut und Sie haben schon das ein oder andere für sich aus den Schüßler-Salzen ziehen können. Das würde mich sehr freuen.  Nach den Hauptschüßler-Salzen stelle ich Ihnen ab heute jeweils ein oder zwei der Ergänzungsmittel vor. Da die Literatur hier keinen direkten Bezug auf die Persönlichkeit nimmt, bringe ich Ihnen Wissenswertes über die Komponenten und deren Entsprechung in der Homöopathie näher.

Zunächst möchte ich Ihnen aber eine Einführung in die Erweiterungssalze geben, da sich diese in Vorkommen und Anwendung von den 12 Hauptsalzen unterscheiden. Nach Schüßlers Tod im Jahre 1898 wurden 15 weitere Substanzen entdeckt. Im Gegensatz zu den 12 Hauptsalzen kommen hier auch Mineralstoffe zur Anwendung, die bis heute nicht nachgewiesen als „essentiell“, also „lebensnotwendig“ oder „unerlässlich“ im menschlichen Körper vorkommen.

Die Ergänzungsmittel sind tief greifend und haben sich bewährt, um die Wirkung der Hauptsalze zu unterstützen und zu verstärken. Gerade in chronischen Fällen, oder wenn die Hauptsalze alleine nicht die gewünschte Wirkung haben, hat sich der zusätzliche Einsatz der Ergänzungsmittel als Zielführend bewiesen. Die Ergänzungsmittel werden in der D6 oder in der D12 gegeben. (Zur Erläuterung der „Dezimalpotenz“ möchte ich Sie auf meinen Einführungsartikel der Schüßler-Salze verweisen.)

Das erste Ergänzungsmittel, das ich Ihnen vorstellen möchte, ist Kalium arsenicosum.


Kalium arsenicosum

Das Vorkommen von Kalium und seine Wirkung im menschlichen Körper habe ich Ihnen im Schüßler-Salz Nr. 6 (Kalium sulfuricum) näher gebracht. Heute möchte ich mich daher auf die zweite Komponente, das chemische Element Arsenik, besser bekannt als „Arsen“ konzentrieren.

Arsen, eine Übersetzung ist „goldfarben“, kennen wir wahrscheinlich hauptsächlich als Tod bringendes Gift. Es kam aber auch in vielen alltäglichen Bereichen zum Einsatz. So wurde es als Zusatz in der Bleilegierung verwandt, um diese fester zu machen. z.B. bei Schrotkugeln. Als Malerfarbe mischte man es als gelbes Pigment zum „Königsgelb“ zusammen, in Verbindung mit Kupfer, als Kupferarsenat im „Pariser Grün“, um Tapeten zu bedrucken. Dies war nicht ungefährlich. Bei hoher Feuchtigkeit wandelten sich die Pigmente bei Schimmelpilzbefall in flüchtige, giftige Arsenverbindungen um. Pferden wurde es verabreicht, damit ihr Fell schön glänzte. Aber auch in der Konservierung von Haaren, nach dem Tode eines Menschen, kam es zum Einsatz. Interessanterweise auch beim Gegenteil: Der Enthaarung. In den Haaren des „Ötzi“ ließen sich größere Mengen Arsen nachweisen. Man vermutet, dass „Ötzi“ in der Kupferverarbeitung tätig war, da Kupfererze oft mit Arsen verunreinigt sind.

Arsen führt zur verstärkten Bildung von sauerstofftransportierenden roten Blutkörperchen. Daher wurde es früher in der Mästung von Schweinen und Hühnern eingesetzt, um deren Wachstum zu beschleunigen. Auch Rennpferde wurden damit illegal gedopt.

In der Antike nutze bereits Hippokrates arsenhaltige Mittel als Stärkungsmittel, bei Migräne, Rheumatismus, Fieber, Malaria, Tuberkulose und Diabetes. Paracelsus (1493 – 1541) führte die Verwendung von Arsen in die Heilkunde ein. Lange war es als äußeres und innerliches Mittel bei Lungenkrankheiten bewährt. Im 18. Jahrhundert entstand die sogenannte „Fowler´sche Lösung“, eine Mischung aus Kaliumarsenit und Lavendelwasser. Sie galt als medizinisches Wundermittel gegen Fieber, als Heilwasser und als Aphrodisiakum. Auch gegen Psoriasis wurde diese Lösung bis in die 1960er Jahre in Deutschland eingesetzt. Seinen Durchbruch feierte Arsen, als „Arsphenamin“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Mittel gegen die Syphillis.

Bei uns Menschen ist Arsen als lebensnotwendiges Spurenelement nicht vollständig geklärt, Hühner oder Ratten zeigen dagegen bei einem Mangel deutliche Wachstumsstörungen.

Heute kommt Arsen in einigen Ländern u.a. als Pestizid von Reis, als Schädlingsbekämpfungsmittel im Weinbau und als Holzschutzmittel zum Einsatz. Aufgrund seiner Toxizität ist der Einsatz umstritten. In der Elektronik finden wir es bei integrierten Schaltkreisen, Leuchtdioden und Laserdioden.

Konzentrieren wir uns jetzt auf aber das hochverdünnte Mineralsalzes Kalium arsenicum, das in dieser Form seine Toxizität lange verloren hat und nur noch heilend wirkt. 

Schüßler-Salz Kalium arsenicum gilt als Stärkungsmittel bei Schwächezuständen und Abmagerung. Es hilft, beschleunigte Stoffwechselprozesse, Magen-Darm Beschwerden wie z.B. wässrige oder Brechdurchfälle, zu entschleunigen. Auch bei Hautleiden, die mit anderen Mineralstoffen keine Besserung fanden, hat es sich bewährt.


Bei welchen Symptomen kann Kalium arsenicosum helfen?
  • Brechdurchfall
  • wässriger Durchfall
  • heftiger Juckreiz
  • juckende Ekzeme
  • schuppende Hautausschläge
  • heftige Entzündung der Schleimhäute
  • Schweißausbrüche (+ Nr. 2 und Nr. 15)

Welche Persönlichkeit profitiert von Kalium arsenicosum?

Kalium braucht den Halt einer Familie oder Gruppe. Seine Suche nach Sicherheit ist so groß, dass eine Einzelperson diese Sicherheit nicht mehr bieten kann. Kalium hat ein großes Bedürfnis nach dem harmonischen Eingebundensein in diese Gruppe. Kalium-Menschen empfinden eine große Angst ohne die Gruppe, die Harmonie und Integrität dieser Gruppe werden zu ihrem vorrangigsten Thema und erklären ihre große Angst vor dem Alleinsein. Gerät die Harmonie aus dem Gleichgewicht, kann sich Kalium sehr aggressiv und streitsüchtig innerhalb dieser Gemeinschaft verhalten.

Bei Arsenicum herrscht das Gefühl von Isolation und Unsicherheit vor. Arsenicum-Menschen empfinden die Welt als Bedrohung. Sie glauben, niemandem vertrauen zu können. Sie haben große Angst, im Stich gelassen zu werden, sind im Umgang mit Menschen daher sehr vorsichtig, um niemanden zu beleidigen. Sie haben große Angst vor Armut, um ihre Gesundheit und um ihre Beziehungen. Sie versuchen in allem die Kontrolle zu behalten, sind übergenau, manchmal schon pedantisch, verlangen Übermenschliches von sich z. B. in Bezug auf Ernährung und Körperertüchtigung, aus Angst vor Krankheit.  Große Ruhelosigkeit und Aktionismus zeigen ihr Bemühen, alle Fäden in der Hand zu halten. Körperlich geht mit Arsenicum im unausgeglichenen Zustand aufgrund des „immer perfekt sein Müssens“ und der damit verbundenen Aktivität oft eine daraus resultierende große Schwäche und Erschöpftheit einher. Arsenicum ist z.B. bei einem Magen-Darm-Infekt mit großer Schwäche angezeigt.

Das Spannungsfeld dieser Kombination von Kalium und Arsenicum liegt im Bedürfnis, eine Gruppe oder Familie zu brauchen, ihr aber gleichzeitig nicht vertrauen zu können. Im ausgeglichenen Zustand ist ein Kalium arsenicosum-Mensch voller Unterstützung und Sorge um die Familie, ist zuversichtlich und unabhängig.


Ein Tipp zur Anwendung:

Ich stelle Ihnen hier ein „Rezept“ aus Margit Müller-Frahlings „Mineralstoffe nach Dr. Schüßler“ vor, das als Tagesdosis beim „Prämenstruellen Syndrom“- PMS angewandt werden kann. Die Komplexität dieses Themas zeigt sich in der Vielzahl der Mineralstoffe:

  • Nr. 2 Calcium phosphoricum (7 Stück)
  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum (7 Stück)
  • Nr. 4 Kalium chloratum (7 Stück)
  • Nr. 5 Kalium phosphoricum (7 Stück)
  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum (12 Stück)
  • Nr. 9 Natrium phosphoricum (12 Stück)
  • Nr. 13 Kalium arsenicosum (3 Stück)
  • Nr. 21 Zincum chloratum (7 Stück)
  • Nr. 25 Aurum chloratum natronatum (5 Stück)

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Tag und nur das Beste

Elisabeth Kappelhoff

inspiriert von Margit Müller-Frahlings Büchern „Mineralstoffe nach Dr. Schüßler“ und „Aufbruch in ein neues Leben. Ebenso von Rajan Sankarans „Substanz der Homöopathie“ und „Die Seele der Heilmittel“ und Wikipedia