Nr. 10: Natrium sulfuricum (D6)

Elisabeth Kappelhoff Adventskalender 2016

Liebe Leserin, lieber Leser,

Herzlich willkommen an Tag 10 des „Schüßler-Salze“-Adventkalenders. Bald schon ist „Halbzeit“ :). Ich hoffe, die Vorweihnachtszeit hält nicht nur Betriebsamkeit und Hektik, sondern auch Zeit für ruhige Momente im Kerzenschein für Sie bereit. Schöne Gefühle! Diese haben einen großen Bezug zum heutigen Mittel: das Salz „Natrium sulfuricum

Dieses Salz ist uns schon in Ergänzung zur Nr. 6 „Kalium sulfuricum“ (Sie erinnern sich vielleicht? Im Verhältnis 1  (Nr. 6) : 2  (Nr. 10) nehmen?) begegnet. Sowohl auf körperlicher, als auch auf seelischer Ebene haben beide Salze viel miteinander zu tun.

Natrium sulfuricum

Natrium sulfuricum, auf Deutsch „Natriumsulfat“, eine Kombination aus Salz und Schwefel, ist der Mineralstoff für die Entschlackung und den Stoffwechsel. Kalium sulfuricum (Nr. 6) haben wir als Mineralstoff der Tiefenreinigung kennengelernt. Er unterstützt die Entgiftungsleistung der Leber und transportiert belastende Stoffe aus der Zelle. Die Beziehung zu Natrium sulfuricum (Nr. 10) besteht darin, dass die Stoffe erst durch einen Mangel dieses Minerals in der Zelle gelandet sind.

Was passiert hier genau? Salz entzieht einer Substanz Wasser, Natrium sulfuricum entzieht abzubauenden Giftstoffen im Körper das Wasser, es hilft der Leber die Giftstoffe so umzubauen,  dass der Körper sie ausscheiden kann. Fehlt dieses Mineral, bleiben die Stoffe im Körper und verursachen geschwollene Finger, geschwollene Beine, geschwollene Augenlider oder ein allgemeines Gefühl des Aufgedunsenseins, die sogenannten „Wassereinlagerungen“. Nimmt man in ausreichendem Maße Natrium sulfuricum zu sich, kann der Körper die Giftstoffe umbauen, das Wasser kann mit den Giftstoffen aus den Geweben ausgeschieden werden.

Natrium sulfuricum ist Teil des Blutzuckerstoffwechsels. Es beeinflusst den gespeicherten Zucker (das Glykogen) in der Leber. Natrium Sulfuricum kann bei Diabetes II begleitend angewandt werden. Wir benötigen Natrium Sulfuricum auch zur Unterstützung der Galle und des Dickdarms. Es hilft die Tätigkeit des Darms zu regulieren, sowohl bei Verstopfung, als auch bei Durchfall. In beiden Fällen haben wir einen Bezug zu Wasser: entweder ein zu wenig oder ein zu viel.

Als unterstützendes Mineral bei der Ausscheidung betrifft es natürlich auch die Blase. Natrium sulfuricum reguliert die Blasenentleerung und kommt bei Störungen wie Harnverhalt und Bettnässen, aber auch bei Tröpfeln des Harns zum Einsatz.


Bei welchen äußeren Zeichen kann Natrium sulfuricum helfen?
  • geschwollene Augenlider, Tränensäcke
  • stinkende Blähungen
  • Herpes
  • Verstopfung, Durchfall
  • Harnverhalt, Bettnässen, Harntröpfeln
  • geschwollene Beine
  • Warzen
  • Juckreiz auf der Haut
  • Druck im Ohr

Welche Persönlichkeit profitiert von Natrium sulfuricum?

Die Leber ist ein Unikum mit vielen verschiedenen Aufgaben. Sie ist mit 1,5 – 2 kg das größte unserer Organe und das Multitalent. Sie ist an ganz unterschiedlichen Körperfunktionen beteiligt und hält ständig verschiedene Bälle in der Luft. In der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) hat die Leber einen starken Bezug zu unseren Gefühlen. Sie wird dort dem Element „Holz“ zugeordnet. Holz als festes, aber besonders flexibles Material. Ein gesunder Baum hat genügend Feuchtigkeit in sich, so dass er Wind und Wetter nicht trotzen muss, sondern sich ihnen hingeben kann. Er geht mit, lässt los, passt sich an, ist flexibel. Fehlt dem Baum diese Feuchtigkeit, wird er starr, die Äste werden spröde und brechen bei der nächsten stärkeren Belastung.

Die Leber ist ein Speicherorgan. Sie sammelt, um zu gegebener Zeit alles verteilen zu können. Staut sich hier etwas, gerät der gesamte Körper aus der Balance. So wie die Leber verschiedene Stoffe speichert, ist sie im psychologischen Sinne der Speicher nicht gelebter EmotionenNatrium sulfuricum hat sehr starke Gefühle in sich. Starke Gefühle wie Hass, Wut und Zorn. (Der Bezug zur Nr. 6 (Kalium sulfuricum) besteht darin, dass wir diese Gefühle hier noch in abgeschwächter Form vorfinden.) Bei Natrium sulfuricum sind diese Gefühle mächtig und toben entweder in ihm oder brechen sich als cholerischer Ausbruch Bahn. („cholerisch“ kommt übrigens vom griechischen „cholé“ = Galle). Die Leber ist das Organ, das die Galle produziert. Wir sehen auch hier einen Bezug. Dass jemandem „die Galle überläuft“ kommt also nicht von ungefähr. Menschen, die solche Gefühle in sich tragen, können bedrohlich werden und viel Schaden anrichten, bei anderen, aber vor allem auch bei sich selbst.

Diese Ausbrüche können durch jede Kleinigkeit ausgelöst werden. Mein Gegenüber ist somit jederzeit eine Bedrohung, da er meine Knöpfe drücken könnte. Ich bin in einem starren Muster gefangen, habe meine Flexibilität verloren und weiß immer nur einen Ausweg: den Ausbruch. Was kann hier eine Lösung sein? Wenn wir den Mut aufbringen, uns unseren heftigen Gefühlen zu stellen, sie uns einzugestehen, besteht auch die Möglichkeit, ihrer Ursache auf den Grund zu gehen und diese loszulassen. Was spiegelt mir meine Wut, mein Hass? Oft ist es die Wut auf mich selbst, ein selbstzerstörerischer Selbsthass, extreme Enttäuschung über mich selbst, die zu sehr schmerzt, als dass ich sie spüren will. Vielleicht bin ich auch oft tief verletzt worden und konnte dies nicht äußern. Ich suche also ein Ventil im Aussen, suche dort einen Schuldigen, den ich als Auslöser für meine Wut und meinen Hass benutzen kann…und wenn ich mich nur im „Dauermeckern“ und „Dauerlästern“ über jeden und alles übe.

Aber der andere ist immer nur eins: ein Auslöser! Die Ursache für meine Gefühle kann gar nicht im anderen liegen. Die Ursache liegt immer in mir selbst. Es sind meine Gefühle. Beim einen löst eine heruntergefallene Tasse ein „Scherben bringen Glück!“ aus, beim anderen einen Tobsuchtsanfall. Es ist nur eine heruntergefallene Tasse, eine Aktion. Wie unsere Re-Aktion aussieht, bestimmen wir ganz alleine. Es ist natürlich einfacher, die Schuld beim anderen zu suchen, weil ich mich dann nicht mit mir selbst beschäftigen muss. Ich bin dann automatisch Opfer. Die Kehrseite ist, dass ich aber auch automatisch vom anderen abhängig bin. Ich kann dann nur mein Glück finden, wenn sich der andere ändert.

Trauen wir uns, zu uns zu stehen. Trauen wir uns, die volle Verantwortung für das zu übernehmen, was wir in unserem Leben vorfinden. Trauen wir uns zu fühlen. Alles darf sein, alles will gefühlt werden. Angemessen und zeitnah, dann muss ich es im Körper auch nicht speichern und stauen. 

Alles ist ein Spiegel. Mein Gegenüber spiegelt mir immer nur das, womit ich selbst mit mir selbst noch nicht im Reinen bin. Erst wenn ich lerne, mich mit Licht und Schatten zu akzeptieren, besser noch zu lieben, werde ich ganz. 


Ein Tipp zur Anwendung:

Nutzen Sie Natrium sulfuricum bei geschwollenen Füßen als Fußbad. Sind Ihre Lider geschwollen, legen Sie in Nr.10 und Nr. 12 getränkte Kompressen auf die Lider.


Genießen Sie den 10. Dezember. Nach soviel heftiger Emotion wünsche ich Ihnen einen sanften und liebevollen Tag.

Elisabeth Kappelhoff

inspiriert von „Mineralstoffe nach Dr. Schüßler“ und „Aufbruch in ein leichteres Leben“ von Margit Müller-Frahling und den Vorträgen von Robert Betz