Nr. 12: Calcium sulfuricum (D6)

Elisabeth Kappelhoff Adventskalender 2016

Liebe Leserin, lieber Leser,

Der 12. Dezember. Halbzeit! Der „etwas andere Adventskalender“ schließt heute die Hauptmittel der Schüßler-Salze ab. Ab morgen lernen Sie die Ergänzungsmittel kennen.  In 12 Tagen ist schon Weihnachten. Das ging jetzt doch erstaunlich schnell.

Kommen wir nun zum Schüßler-Salz Nr. 12: Calcium sulfuricum. Es ist der ansonsten alphabetischen Ordnung hinten angestellt, da Schüßler es zu Lebzeiten selbst aus seiner Therapie entfernt hatte. Angeblich bewies ein damaliger Chemiker, dass Calcium sulfuricum nicht Teil des menschlichen Organismus sei. Dies wurde nach seinem Tode revidiert, Calcium sulfuricum wieder aufgenommen.

Calcium sulfuricum

Calcium sulfuricum, auf Deutsch „Kalziumsulfat“ kennen wir als Gips, mit dem wir ein gebrochenes Glied ruhigstellen. Als Schüßler-Salz ist es der Blockadenbrecher unter den Mineralstoffen. Hier stockt und staut sich etwas. Wir finden Calcium sulfuricum vor allem in den Muskeln, in der Leber und in der Galle. Calcium sulfuricum macht das Bindegewebe durchlässig. Die Durchlässigkeit unseres Bindegewebes ist für uns essentiell. Hier findet der „Stoff-Wechsel“ statt. Nährstoffe kommen in die Zelle, Zellmüll verlässt die Zelle. Kann der Körper Stoffe nicht mehr nach innen nehmen, muss er sie nach aussen abgeben, wie z.B. bei einer Eiterbeule, ist Calcium sulfuricum zur Unterstützung notwendig.

Dieser Mineralstoff ist auch bei einem seelischen oder körperlichen Schock sehr hilfreich.

Calcium sulfuricum kann aber noch mehr. Es ist eines der Mittel, die Säuren tilgen den Körper bei rheumatischen und gichtigen Erkrankungen unterstützt.

Produziert der Körper viel Schleim, wie bei einer Bronchitis, hilft Calcium sulfuricum den Schleim zu lösen und auszuscheiden.


Bei welchen Symptomen kann Calcium sulfuricum helfen?
  • chronische Vereiterungen
  • chronische Bronchitis
  • chronische Nebenhöhlenentzündung
  • eitrige Mittelohrentzündung
  • eitrige Mandelentzündung
  • Abszess
  • Eiterfistel
  • Rheuma, Gicht
  • Stockschnupfen
  • offene Eiterungen (im Gegensatz zu Silicea mit geschlossenen Eiterungen)

Welche Persönlichkeit profitiert von Calcium sulfuricum?

Calcium dient von je her als Schutz. Wir finden es z.B. in der Austernschale. Im menschlichen Organismus ist es als Hauptbestandteil der Knochen maßgeblich am Schutz unseres Gehirns, unseres Herzens, der Lunge und des Rückenmarks beteiligt. Die Calcium-Persönlichkeit sucht Sicherheit, Schutz und Stabilität.

Sulfur, der Schwefel, hat ein anderes Grundthema. Hier finden wir das Bedürfnis nach Anstrengung und Kampf. Die Hauptanstrengung von Sulfur liegt darin, alles dafür zu tun, um nach aussen perfekt zu sein, aus Angst, verachtet oder zurückgewiesen zu werden. Ein Thema von Ego und Anerkennung. Aber Sulfur kann auch die vollkommen gegenteilige Seite zeigen: absolute Gleichgültigkeit, vor allem sich selbst und seiner äußeren Erscheinung gegenüber. Hier wurden der Kampf und die Anstrengung gänzlich aufgegeben, einhergehend mit einer großen Trägheit und Starre.

In der Kombination als Calcium sulfuricum finden wir eine Persönlichkeit, die am Ort der Sicherheit nicht gesehen und anerkannt wird. Beispielsweise ein Kind, das unter der Bevorzugung eines Geschwisterkindes leidet und in der Sicherheit des eigenen Zuhauses von den Eltern nicht wirklich gesehen wird. Obwohl es sich unterdrückt und weggestossen fühlt, reagiert es nicht mit offener Wut. Sein Bedürfnis nach Sicherheit hindert es daran. Es hat auch Angst, die Situation zu verlassen. Seine „Waffen“, um Aufmerksamkeit zu erlangen, sind das Jammern und Streiten. Wird auch dies nicht wirklich wahrgenommen, entwickelt die Calcium sulfuricum-Persönlichkeit einen Hass auf alle anderen. Sie wird traurig und deprimiert, sitzt in der Falle und sieht keinen Ausweg. Dieses Muster findet sich oft bei Erwachsenen mit entsprechenden Erfahrungen in der Kindheit.

Die körperlichen Symptome von Calcium sulfuricum sind ein Spiegel dessen, was hier vorgeht. Eine Person wird nicht mehr gehört (die Mittelohrentzündung), sie kann nur unter Schmerzen den nächsten Schritt machen (Gicht, Rheuma), sie hat chronisch „die Nase voll“ (die Nasennebenhöhlensymptomatik). Die Mandelentzündung findet eine Entsprechung im Unterdrücken der eigenen Kreativität, wir können uns kaum noch artikulieren,  ein „Brocken“ kann nur unter Schmerzen geschluckt werden.

Entzündungsprozesse gehen immer mit Hitze und Trockenheit des Gewebes einher. Hitze, die wir bei starker Wut empfinden. Wut, die sich gegen uns gerichtet hat.

Und die Lösung? Die Handbremse lösen, die Staumauer sprengen. Eine Verbindung zu uns selbst aufbauen, unabhängig vom Aussen. Wer sind wir selbst? Wer möchten wir sein? Was tut uns gut? Wo ist unser ganz persönlicher Stau im Leben? Diese Fragen brauchen einen liebevollen Blick auf das eigene Bemühen. Auf das, was uns selbst auszeichnet und ausmacht, ohne zwingend den Applaus von aussen einzufordern. Wir kommen immer wieder auf den Punkt der Selbstliebe. Uns auf uns zu konzentrieren, ohne den Druck, perfekt sein zu müssen. Jeder von uns ist so, wie er ist, wertvoll. Jeder hat ein ganz individuelles Potenzial, einen Schatz, der sich wünscht, gehoben zu werden. Machen wir uns auf die Suche. Trauen wir uns den ganzen Schatz entdecken zu wollen, nicht nur die äußere Hülle der Schatztruhe. Überwinden wir diese Hürde, öffnen wir die Truhe. Erkennen wir unser Potenzial, können wir die Handbremse lösen. Dann kommt alles in Fluss und der Stau geht von selbst. Trauen Sie sich, gegen alle Widerstände.


Ein Tipp zur Anwendung:

Nutzen Sie die Schüßler-Salbe Nr. 12 bei einer Nebenhöhlenentzündung und streichen sich diese möglichst dick auf die Gesichtspartien der Nasennebenhöhlen und der Stirnhöhlen. Dies funktioniert auch als Paste aus den Schüßler-Salze Tabletten. Unterstützend trinken Sie viel heißes Wasser, möglichst 10 Minuten abgekocht. Trinken Sie es in kleinen Schlucken so heiß wie möglich. Das unterstützt die Verflüssigung des Schleims und des angesammelten Sekrets.


Genießen Sie den Neustart in die Woche. Hoffentlich hält sie viele schöne Begegnungen und Überraschungen für Sie bereit. Das wünscht Ihnen von Herzen

Elisabeth Kappelhoff

inspiriert von Margit Müller-Frahlings Büchern „Mineralstoffe nach Dr. Schüßler“ und „Aufbruch in ein neues Leben. Ebenso von Rajan Sankarans „Substanz der Homöopathie“ und „Die Seele der Heilmittel“