Nr. 8: Natrium chloratum (D6)

Elisabeth Kappelhoff Adventskalender 2016

Liebe Leserin, lieber Leser,

Herzlich willkommen an Tag 8 des „Schüßler-Salze“-Adventkalenders. Heute stelle ich Ihnen das Salz „Natrium chloratum“ vor.

Natrium chloratum 

Natrium chloratum, auf Deutsch schlicht „Kochsalz“ ist der Hauptbestandteil der extrazellulären Flüssigkeit unseres Körpers. Die Flüssigkeit, in der alle Zellen schwimmen. Es erinnert uns daran, dass der Ursprung allen Lebens in den Meeren liegt und Meerwasser Ursprung unserer Körperflüssigkeiten ist. Natrium hält im Körper die Balance, sorgt für ein harmonisches Gleichgewicht im Inneren.

Natrium chloratum reguliert unseren Flüssigkeitshaushalt. Es bindet Wasser. Essen wir zu viel Salz, z. B. eine Pizza, hält der Körper Flüssigkeit zurück, um das Salz zu verdünnen. Gleichzeitig verstärkt sich unser Durstgefühl, damit wir von aussen Flüssigkeit zur Verdünnung aufnehmen. Wir stellen dann vielleicht fest, dass wir keinen Harndrang haben, obwohl wir viel getrunken haben. Parallel dazu fühlen wir uns möglicherweise aufgequollen. Stunden später hat der Körper die Harmonie wieder hergestellt, der Körper lässt das jetzt überflüssige Wasser los. Natrium chloratum hat somit einen direkten Bezug zur Niere und gilt als Schüßler – Nierenfunktionsmittel.

Unser Flüssigkeitshaushalt ist direkt mit unserem Wärmehaushalt verknüpft. Haben wir ständig kalte Hände und Füße ist auch hier etwas aus der Balance.

Natrium chloratum ist wichtig für die Ausscheidung von biologischen Giften und von metallischen Giften, ist somit ein Hauptsalz zur Entgiftung. Wir benötigen dieses Mineral auch für die Zellteilung. Der Stoffwechsel von Sehnen, Bändern und Knorpel ist von diesem Mineral abhängig.

Natrium chloratum bindet und hält Schleimstoff. Fehlt das Mineral, bildet der Körper klaren, glasigen und sehr flüssigen Schleim. Dieses Symptom begegnet uns besonders bei Allergien. Bei Heuschnupfen ist Natrium chloratum daher das Mittel der Wahl.

Kochsalz bindet Wasser. Diesen Effekt können wir uns mit dem Schüßler-Salz Nr. 8 besonders bei Verbrennungen zunutze machen. Verbrennen wir uns, verdampft Zellflüssigkeit und somit auch die vorhandenen Natrium chloratum Moleküle. Die Substanz, die die Flüssigkeit normalerweise bindet fehlt und es kommt zu einer Brandblase. Führen wir der Haut durch eine aus Tabletten der Nr. 8 hergestellte Paste oder durch die Schüssler-Salbe den Mineralstoff wieder zu, können die Zellen die Flüssigkeit wieder binden und die Brandblase verschwindet.

Haben Sie ein starkes Verlangen nach Salz oder salzigen Speisen? Dann ist Ihr Bedarf an dem Mineral Natrium chloratum wahrscheinlich hoch. Auch ein Verlangen nach Alkohol oder Essig ist ein Hinweis.


Bei welchen äußeren Zeichen kann Natrium chloratum helfen?
  • tränende Augen
  • starker Durst oder auch kein Durst
  • Bluthochdruck
  • trockene Schleimhäute
  • wenig oder extrem viel Schweiß
  • Kälteempfindlichkeit
  • Allergien, Heuschnupfen mit wässrigem Schleim
  • Riß mitten in der Unterlippe, vor allem bei kaltem Wetter

Welche Persönlichkeit profitiert von Natrium chloratum?

In der Homöopathie ist Natrium chloratum ein Mittel bei Kummer. Kummer, der mit viel Weinen (von salzigen Tränen) verbunden ist. Die Natrium chloratum-Persönlichkeit lebt in der Vorstellung, dass irgendetwas an ihr nicht stimmt, sie nicht gut genug ist oder zu wenig leistet. Die Konsequenz ist, dass sie in „vorauseilendem Gehorsam“ ihr Bestes im Umsorgen und Pflegen gibt, alles auf sich nimmt um der anderen willen. Dass sie sich freiwillig eingebracht hat und niemand um Hilfe gebeten hat, will Natrium nicht hören und reagiert tief verletzt, wenn sie dieses Argument hört. Sie erwartet Dank und zieht sich zurück, wenn dieser ausbleibt. Sie verfällt in tiefe Traurigkeit und wird geradezu unnahbar. Gefühle von Bitterkeit und schrecklicher Wut kommen hoch. Natrium kann schwer vergeben und vergessen und sinnt manchmal sogar auf Rache. Sie bleibt in der Vergangenheit hängen, hat den Blick für die Zukunft völlig verloren.

Anstatt nach den Bedürfnissen und Wünschen anderer zu fragen, oder die eigenen Bedürfnisse deutlich zu machen, lebt Natrium in der Haltung „der andere möge mir meine Wünsche von den Augen ablesen, so wie ich es auch bei ihm tue“. Die Verantwortung, die eigenen Bedürfnisse auszudrücken, wird an den anderen delegiert. Der wirkliche Austausch wird vermieden, eine echte Nähe kann nicht entstehen.

Der Weg aus diesem sehr einsamen Dilemma ist der Mut, sich zu öffnen. Zu erkennen, dass jeder für die eigenen Bedürfnisse verantwortlich ist, aber auch ein Recht hat, sie zu äußern. Dass jeder auf seine ganz eigene Weise liebenswert und wertvoll ist. Zu erkennen, dass „sich-aufopfern“ freiwillig ist und nicht automatisch an Dank geknüpft ist. So wie unsere Zellen in der Zellflüssigkeit schwimmen, so sollten wir uns dem Fluß des Lebens anvertrauen. Nach vorne blicken, verzeihen, Menschliches erkennen. Darüber hinaus kommen wir aber nicht darum herum, selbst für das Sorge tragen, was wir uns in unserem Leben wünschen. Ein Weg kann sein, sich einzugestehen, dass man mit einer Situation nicht mehr alleine klar kommt und Hilfe von aussen benötigt. Wir brauchen uns gegenseitig, so sind wir Menschen. Und das ist doch schön, oder?


Ein Tipp zur Anwendung:

Ich persönlich habe die Schüssler-Salbe Nr. 8 Natrium chloratum in einem Sommerurlaub mit extrem vielen und stechfreudigen Mücken zu schätzen gelernt. Die Salbe kühlt, nimmt die Schwellung und vor allem nach kurzer Zeit den Juckreiz. Heute ein für mich unerlässliches Utensil im Urlaub.


Genießen Sie den 8. Dezember. Vielleicht bis morgen? Das würde mich freuen.

Elisabeth Kappelhoff

inspiriert von „Mineralstoffe nach Dr. Schüßler“ von Margit Müller-Frahling und „Die Substanz der Homöopathie“ von Rajan Sankaran