Nr. 9: Natrium phosphoricum (D6)

Elisabeth Kappelhoff Adventskalender 2016

Liebe Leserin, lieber Leser,

Herzlich willkommen am 9. Tag des „Schüßler-Salze“-Adventkalenders. Heute stelle ich Ihnen das Salz „Natrium phosphoricum“ vor.

Natrium phosphoricum

Natrium phosphoricum, auf Deutsch „Natriumphosphat“ ist das Mineral der Entsäuerung. Es ist Ihnen bereits kurz bei meinem Tipp zur Stoffwechselkur im Rahmen der Nr. 6 (Kalium sulfuricum) begegnet. Das Wort „pH-Wert“ ist Ihnen sicherlich noch aus der Schulzeit geläufig. Der „pH-Wert“ („potentia Hydrogenii“ = Kraft, Wasserstoff) bezeichnet die Maßeinheit, Wasserstoffionen in einer wässrigen Flüssigkeit zu binden.

Der pH-Wert Rahmen ist gesteckt von 0 – 14.

  • 0 entspricht „sauer“, (Magensäure hat z.B. einen pH-Wert von 1,0 bis 1,5; nur so können in der Nahrung befindliche Keime und Bakterien unschädlich gemacht werden und die Nahrung zersetzt werden; die Hautoberfläche ist mit 5,5 auch noch leicht sauer)
  • 7 entspricht „neutral“ –  nur reines Wasser ist neutral (unser Blut bewegt sich zwischen 7,35 und 7,45; Meerwasser (Sie erinnern sich an gestern? Natrium chloratum?) hat einen pH-Wert von 7,5 bis 8,4)
  • 14 entspricht „alkalisch, basisch, eine Lauge“, z.B. Natronlauge (unser Bauchspeichel ist auch leicht basisch mit 8,3)

Unser Körper ist an einigen Stellen von einem ausgeglichenen Verhältnis von Säuren und Basen abhängig. Besonders bei der Fortpflanzung braucht es dieses Zusammenspiel. Die Scheide der Frau hat in der unfruchtbaren Zeit des Zyklus ein saures Milieu von etwa 4,5. Dies ist besonders wichtig, weil die Scheide der Eingang zur ansonsten ungeschützten Bauchhöhle der Frau ist. Das saure Milieu tötet eindringende Bakterien und Pilze ab, auch die basischen Spermien. Nur zur fruchtbaren Zeit des Zyklus löst sich der den Muttermund verschließende, basische und nährstoffreiche Zervixschleimpfropf, ummantelt die Spermien und stattet sie so für die Reise zur Eizelle aus.

Basen neutralisieren Säuren, Natrium phosphoricum tut das auch. 

Kommen wir zurück zu Natrium phosphoricum. Wir benötigen dieses Mineral besonders für unseren Fettstoffwechsel. Es unterstützt die Galle in der „Verseifung“ von Fetten. Dies bedeutet, dass die Fette in wasserlösliche Salze umgewandelt werden und dann vom Körper verarbeitet werden können. Essen wir aber zu viel Nahrung, die unser Gewebe sauer macht, benötigen wir viel Natrium phosphoricum, das diese Säuren neutralisiert. Jetzt bleibt nicht mehr genug Mineral für die Fettverdauung übrig. Die überschüssigen Fette lagert der Körper einerseits ins Gewebe ein, eines Teils versucht er sich aber auch über die Haut zu entledigen.  Pickel, Mitesser und fettige Haut sind die äußeren Zeichen dafür.

Ein saures Milieu macht sich auch an den Gelenken bemerkbar. Besonders morgens nach dem Aufwachen schmerzen Finger und Zehen und fühlen sich steif an.

Ein Mangel an Natrium phosphoricum zeigt sich in Heisshungerattacken, Lust auf Mehlspeisen, gebackenen Fisch und Lust auf Süßes, aber auch Süßes und Saures im Wechsel. Nehmen Sie bei Heißhunger ein paar Tabletten des Schüßler-Salz Nr. 9 und warten Sie ab, ob sich das Hungergefühl verändert.


Bei welchen äußeren Zeichen kann Natrium phosphoricum helfen?
  • Mitesser, fettige Haut
  • Pickel, Akne
  • fettarme Haut
  • Neuralgien
  • Rheumatismus, Gelenkschmerzen
  • sauer riechende Absonderungen
  • Sodbrennen, saures Aufstoßen
  • Windeldermatitis, Soor bei Säuglingen
  • Fettsucht
  • Heisshungerattacken
  • Verlangen nach Mehlspeisen, Süßigkeiten, gebackenem Fisch

Welche Persönlichkeit profitiert von Natrium phosphoricum?

Wurden Sie schon mal zu ihrem „Glück“ gezwungen? Oder haben Sie selbst versucht, einen anderen Mensch „mit Macht und viel Druck“ Ihren Willen aufzudrängen? Beide Szenarien sind unschön. Weder der, der gezwungen wird und sich hilflos versucht zu wehren, noch der, der vielleicht fruchtlos seinen Willen durchsetzen kann, fühlen sich gut. Beide Seiten sind ohnmächtig, „ohne Macht“. Sie haben noch keinen Weg gefunden, sich behutsam für sich stark zu machen. Sich sanft für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse einzusetzen. Auch auf die Gefahr hin, nicht sofort zu gewinnen.

Dieses „mit Macht etwas durchsetzen“ kann sich auch im Verhalten uns selbst und anderen gegenüber spiegeln. Wir wollen etwas erzwingen. Sei es, dass wir in einer Radikalkur versuchen, viele Kilos in kürzester Zeit zu verlieren; sei es, dass wir sportliche Höchstleistungen von unserem beinahe untrainierten Körper verlangen; sei es, dass wir extrem hohe Erwartungen an uns als Mensch, Elternteil, Partner, Freund, Kind haben. Selbst auf der Autobahn sehen wir nicht selten Situationen, wo sich zwei Autofahrer in Manöver und Geschwindigkeit „nötigen“, versuchen, sich mit viel Kraft und Risiko, zu messen, um zu gewinnen.  In all diesen Szenarien gehen wir über unsere Grenzen, wird unser Körper durch den Stress, den wir ihm zufügen „sauer“.

Sehen wir mal genauer hin. Erlauben wir uns, unsere Ziele etwas tiefer zu hängen. Langsamer vorzugehen, unsere eigenen Grenzen zu spüren und zu respektieren. Nichts muss ein Gewaltakt sein. Unser Gewicht darf Zeit haben, sich langsam zu reduzieren; unsere Muskeln dürfen sanft aufgebaut und trainiert werden. Ich darf auch mal jemandem aus Freundlichkeit die Vorfahrt geben. Nutzen wir unsere Kraft und Energie doch etwas sanfter und bewusster. Konzentrieren wir uns auf die schönen Dinge im Leben. Dann wird aus sauer süß, aus Zwang Freiwilligkeit, aus Druck Sanftheit. Das Leben ist zu kurz, um nicht wenigstens jeden Tag zu versuchen, ein wenig Frieden und Freude in die Welt zu bringen. Und am meisten profitieren wir selbst davon.


Ein Tipp zur Anwendung:

Basenpulver oder Tabletten zum Einnehmen sind nicht optimal. Die Magensäure wird zwar kurzfristig neutralisiert, danach produziert der Magen aber um so mehr Salzsäure. Dies wiederum ruft die Bauchspeicheldrüse auf den Plan, die den Säurepuffer „Bicarbonat“ zur Verfügung stellen muss.

Besser sind Basenbäder oder die Anwendung von Basenstrümpfen über Nacht. Die Haut, besonders die Füße fungieren hier als „kleine Niere“ und unterstützen den Körper über Nacht bei der Ausscheidung von überschüssigen Säuren. Wieder möchte ich auf die Internetseite von Peter Jentschura verweisen. (http://www.p-jentschura.com/de/produkte/alkawear-funktionswaesche/alkawear-basischestruempfe/produktuebersicht).

Natürlich können Sie Ihren Körper vor allem mit basischer Ernährung unterstützen. Eine Richtschnur kann sein: Zwei Drittel basenreich/ein Drittel säurebildend. Die meisten Gemüsesorten bilden Basen, Fleisch dagegen eher Säuren. Probieren Sie es aus und achten Sie darauf, was Ihnen persönlich gut bekommt. Jeder ist anders. Unzählige Rezepte, Übersichten zu diesem Thema finden Sie im Netz.

Unterstützen Sie Ihren Körper in der Ausscheidung mit Saunagängen, aber auch durch tiefes Ein- und Ausatmen an frischer Luft. Je mehr Sauerstoff der Körper bekommt, desto besser werden alle Zellen versorgt. Im Umkehrschluss kann der Körper dann auch viel Stoffwechselmüll über die Atmung, die Lymphe und den Urin loswerden.


Genießen Sie den 9. Dezember. Margit Müller-Frahling hat einen wunderbaren Spruch in ihrem Kapitel „Natrium phosphoricum“. „Was Zorn nicht erreicht, schafft Milde oft leicht!“ In diesem Sinne…:)

Elisabeth Kappelhoff

inspiriert von „Mineralstoffe nach Dr. Schüßler“ von Margit Müller-Frahling und „Die Substanz der Homöopathie“ von Rajan Sankaran; Wikipedia